Ablesbarkeit:
Kleinster ablesbarer Gewichtswert. Wird bei der Einteilung in die Eichklassen benutzt.
Abfüllwaage (SWA):
Selbsttätige Waage zum Abwägen (SWA), wenn diese zum Abfüllen benutzt wird. Das Wägegut wird der Waage automatisch zugeführt, in gleichen Mengen abgewogen und meist auch automatisch weiterbefördert und verpackt.
Absolutwägung:
Bestimmung des Gewichtes eines Wägegutes in den Masseeinheiten Milligramm (mg), Gramm (g), Kilogramm (kg) oder Tonnen (t). Wenn nichts vereinbart ist, wird der Konventionelle Wägewert angegeben.
A/D-Wandler:
Ein Analog-Digital-Wandler (A/D-Wandler) wandelt ein analoges elektrisches Signal in einen digitalen Zahlenwert um, der von einer elektronischen Steuerung oder einem Auswertesystem weiterverarbeitet werden kann.
Alibi-Drucker:
Ein Alibi-Drucker dient der nachvollziehbaren Dokumentation von Wägevorgängen bei dafür ausgelegten eichpflichtigen Wägesystemen. Er gibt relevante Wägedaten so aus, dass sie einem konkreten Wägevorgang zugeordnet und bei Bedarf überprüft werden können. Die konkrete Ausführung richtet sich nach den Anforderungen des jeweiligen Wägesystems.
Alibi-Speicher:
Ein Alibi-Speicher ist eine Funktion zur nachvollziehbaren Speicherung von Wägedaten bei entsprechend ausgelegten eichpflichtigen Wägesystemen. Die gespeicherten Datensätze ermöglichen es, einzelne Wägevorgänge später zuzuordnen und zu überprüfen. Die technischen Anforderungen an Speicherung, Schutz und Abrufbarkeit richten sich nach dem jeweiligen Wägesystem und den geltenden metrologischen Vorgaben.
Analoges Messverfahren:
Man nennt ein Messverfahren analog, wenn der Messgröße (Eingangsgröße) durch das Verfahren oder das Gerät ein Signal (z.B. Anzeige) zugeordnet wird, das eine eindeutige Abbildung des Messgröße ist. Die Benennung „analog“ soll nicht zur Kennzeichnung verwendet werden, hierfür gilt die Benennung „Skalenanzeige“.
Anwärmzeit:
Zeitspanne vom Einschalten der Waage bis zum Erreichen der Betriebstemperatur. Meist in der Bedienungsanleitung angegeben.
Auflösung (=Empfindlichkeit):
Anzahl der Teilungsschritte (Ziffernschritte) pro Belastungsänderung.
Auswaage:
Wird in einem Prozess eine vorab genau definierte Menge einer Substanz einer Veränderung, z. B. einer Trocknung unterzogen, so wird das verbleibende Gewicht der Substanz nach der Prozessbehandlung durch Auswaage (auch Rückwägung) bestimmt.
Auswertesysteme für dynamische Wägesysteme:
Auswertesysteme für dynamische Wägesysteme erfassen und verarbeiten Messsignale von Waagen, die Material während der Bewegung wiegen. Diese Auswertesysteme eignen sich für die Anbindung an Bandwaagen, Dosierbandwaagen, Prallplattenwaagen und Schüttstrommesser, Differential-/ Dosierwaagen sowie für Behälter-Klappenwaagen. Alle Systeme sind mit einem gut ablesbaren Anzeigefeld ausgestattet und können mittels eigener Tastatur oder alternativ über ein Softwaretool bedient werden.
Auswertesysteme für statische Wägesysteme:
Auswertesysteme für statische Wägesysteme erfassen und verarbeiten die Wägezellen-Signale, um das Gewicht eines ruhenden Wägegutes zu bestimmen. Diese Auswertesysteme eignen sich für die Anbindung an alle gängigen Vollbrücken DMS Wägezellen. Fast alle Systeme sind mit einem gut ablesbaren Anzeigefeld ausgestattet und können mittels eigener Tastatur oder alternativ über ein Softwaretool bedient werden.
Anzeige:
Anzeigeelement eines Gerätes zur Darstellung von Ziffern und/oder Buchstaben.
Numerische Anzeige:
Reine Ziffernanzeige.
Alphanumerische Anzeige:
Ziffern, Buchstaben, Spezialzeichen.
ATEX
ATEX ist die Abkürzung für ATmosphères EXplosibles (=Explosionsfähige Atmosphären). Der Begriff ist die Kurzbezeichnung für die europäische Richtlinie 2014/34/EU. Diese Richtlinie legt verbindliche Standards für Hersteller (ATEX-Produktrichtlinie) und Benutzer (ATEX-Betriebsrichtlinie) von Geräten und Schutzsystemen fest, welche in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden.
Automatische Nullkorrektur:
Die automatische Nullkorrektur ist eine Funktion, mit der eine Waage kleine Nullpunktänderungen innerhalb festgelegter Grenzen selbstständig ausgleicht. Sie kann beispielsweise geringfügige Veränderungen des Nullpunkts durch Temperatureinflüsse berücksichtigen. Die Funktion arbeitet nur innerhalb der für das jeweilige Wägesystem festgelegten Bedingungen und ersetzt weder eine regelmäßige Prüfung noch eine erforderliche Justage.
Bandwaagen:
Der Materialstrom, der kontinuierlich auf einem Förderband gefördert wird, hat eine Druckbelastung auf die Tragstationen und die Transportrollen des Bandes zur Folge. Die Gewichtsbelastung der Tragstation (Messtragstation) der Bandwaage wird als Gewichtswert von der DMS-Wägezelle gemessen und von der nachgeschalteten Wägeelektronik normiert und ausgewertet. Gleichzeitig nimmt das auf dem Untergurt mitlaufende Messrad die aktuelle Bandgeschwindigkeit auf. Das Materialgewicht auf der Messtragstation und die Geschwindigkeit des Fördergurtes ergeben als Ergebnis die Förderleistung in Tonnen pro Stunde. Die Messgenauigkeit der Förderbandwaage liegt bei +/-1%. Eine Bandwaage lässt sich nachträglich in fast jedes Förderband einbauen.
Bandgeschwindigkeit:
Die Bandgeschwindigkeit bezeichnet die Geschwindigkeit, mit der sich ein Förderband bewegt. Sie wird beispielsweise in Metern pro Sekunde (m/s) angegeben und ist eine wichtige Messgröße bei der kontinuierlichen Verwiegung von Schüttgütern.
Bandbelastung:
Die Bandbelastung beschreibt die Masse des Materials, das sich auf einer bestimmten Länge eines Förderbandes befindet. Sie wird beispielsweise in Kilogramm pro Meter (kg/m) angegeben.
Bedienerführung:
Über die Anzeige gegebene Hinweise an den Bediener, welche Operationen jeweils durchzuführen sind.
Behälterverwiegung:
Bei der Behälterverwiegung wird die Masse des Inhalts eines Behälters mithilfe von Wägezellen ermittelt. Dazu werden die Wägezellen an geeigneten Auflage- oder Stützpunkten des Behälters installiert. Die erfassten Messsignale werden von einer Wägeelektronik ausgewertet.
Die Behälterverwiegung wird beispielsweise bei Silos, Tanks, Mischern und Dosierbehältern eingesetzt. Sie ermöglicht die Überwachung von Füllständen über Gewichtsänderungen, die Bestimmung von Materialmengen und – bei entsprechender Systemauslegung – die gravimetrische Dosierung.
Bruttogewicht:
Gewicht eines Wägegutes einschließlich seines Transportbehälter. Hier können auch das Leergewicht eines Silozuges oder das Gewicht eines Silos genannt werden.
CE:
Abkürzung für „Conformité Européenne“
CE-Kennzeichnung:
Die CE-Kennzeichnung zeigt an, dass ein Produkt die Anforderungen der dafür geltenden EU-Rechtsvorschriften erfüllt. Der Hersteller erklärt damit, dass das vorgeschriebene Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt wurde. Sie ist kein allgemeines Qualitätszeichen, sondern für bestimmte Produkte Voraussetzung für das Inverkehrbringen im Europäischen Wirtschaftsraum.
Chargenverwiegung:
Bei der Chargenverwiegung wird eine definierte Materialmenge als einzelne Charge gewogen. Dabei kann das Material beispielsweise schrittweise in einen Behälter eingewogen, aus einem Behälter entleert oder aus mehreren Komponenten nach einer vorgegebenen Rezeptur zusammengestellt werden.
Checkweigher:
Häufig benutzte englische Benennung für selbsttätige Kontrollwaage.
CSA:
Das CSA-Zertifikat ist ein in Kanada anerkanntes Sicherheits-Prüfzeichen, das als Qualitätssymbol gilt. Es bestätigt die Konformität eines Produkts mit den Sicherheitsbestimmungen von Kanada und gilt somit als zuverlässiger Nachweis für Qualität und Sicherheit zum Schutz des Verbrauchers. Die Übereinstimmung mit den nationalen Sicherheitsregeln wird durch das Prüfzeichen eines qualifizierten Testlabors nachgewiesen. Die anerkanntesten Testlabore sind CSA (Canadian Standards Association) oder UL (Underwriters Laboratories). Die CSA prüft nach CSA-Standards, die wiederum nationale Standards als festen Bestandteil haben.
Datenschnittstelle:
Eine Datenschnittstelle ermöglicht den Austausch von Wägedaten zwischen einer Waage und anderen Geräten oder Systemen, beispielsweise einer SPS, einem PC oder einer Anlagensteuerung.
Dehnungsmessstreifen (DMS):
Ein Dehnungsmessstreifen ist ein Sensorelement, dessen elektrischer Widerstand sich bei einer Verformung verändert. In Wägezellen dient er dazu, die durch eine Belastung verursachte Dehnung zu erfassen und in ein elektrisches Messsignal umzuwandeln.
Differentialwaage / Durchlaufwaagen:
Differential-/ Dosierwaagen ermöglichen ein sehr präzises und langzeitstabiles Wiegen von Klein- und Kleinstmengen. Durch die Bauform von Waagenbehälter und Austragsschnecke wird ein komplett geschlossener Förder- und Wiegeprozess garantiert. Der Wartungsaufwand ist somit minimal und beschränkt sich auf die Antriebe. Funktionsprinzip: Die Austragsleistung wird differentiell aus dem Produkt Materialabnahme im Waagenbehälter (das mittels DMS-Wägezellen erfasst wird) und aktueller Schneckendrehzahl (Erfassung mittels Tachogenerator) berechnet. Durch die permanente Anpassung der Schneckendrehzahl in Abhängigkeit von Materialfließverhalten und Behältervorlagedruck wird der Massendurchfluss sehr genau in kg/h oder t/h über die Wägeelektronik angezeigt und ausgegeben.
Differenzwägung:
Bestimmung des Gewichtsunterschiedes eines Wägegutes vor und nach einer Behandlung, beispielsweise einer Trocknung. Die beiden Wägungen werden auf derselben Waage und unter denselben Bedingungen durchgeführt.
DIN EN 1090:
Die DIN EN 1090 gilt verbindlich europaweit für Metallbaubetriebe, die tragende Bauteile aus Stahl oder Aluminium herstellen. Diese Norm stellt technische Standards für einen freien Warenverkehr innerhalb der EU auf. Sie enthält Festlegungen für den Konformitätsnachweis von Bauteilen, sodass sichergestellt werden kann, dass festgelegte Anforderungen an das Produkt erfüllt sind.
DKD (Deutscher Kalibrierdienst):
Im Deutschen Kalibrierdienst sind messtechnische Laboratorien zusammengeschlossen, die eine Akkreditierung für eine bestimmte Messgröße haben. Sie haben eine hohe messtechnische Kompetenz. Ein DKD-akkreditieres Laboratorium hat das Recht, international anerkannte Kalibrierzertifikate für diese Messgröße zu erstellen. Die Kalibrierzertifikate nach DKD sind in vielen Ländern der Erde gültig, beispielsweise in der gesamten Europäischen Union.
Dosierbandwaage:
Dosierbandwaagen vereinigen gleichzeitig die Funktion eines Fördersystems mit der einer hochpräzisen dynamischen Waage. Neben der Erfassung des aktuellen Durchsatzes ermöglichen die meist geschwindigkeitsgeregelten Antriebe auch die genaue Regelung und Chargendosierung der Fördergüter. Einsatzbereiche sind normal bis gut fließfähige Schüttgüter, auch bei sehr geringen Förderleistungen und Schüttgewichten. Durch die große Vielfalt der Typenserien und Ausführungsvarianten kann fast jeder Kundenwunsch hinsichtlich Genauigkeit, Bandabmessung und Ausführung erfüllt werden.
Dosieren/ Sortierwägungen:
Wägen mit Toleranzbereich. Obere und untere Grenzwerte werden individuell programmiert, entweder mit Gewichten oder numerisch über die Tastatur. Beim Dosieren/ Sortieren pendelt ein Leuchtbalken zwischen den Grenzwerten, unterstützt durch ein akustisches Signal. Über- und Unterdosierungen werden vermieden bzw. zu leichte oder zu schwere Teile können sofort aussortiert werden. Grenzwerteingabe in Gramm (g), Stück oder Prozent (%) möglich.
Dynamisches (kontinuierliches) Wägen:
Bestimmungen der Masse eines Wägegutes, bei der zwischen Wägegut und Lastträger eine Relativbewegung vorliegt. Bestes Beispiel hierfür ist eine Förderbandwaage, bei der kontinuierlich Schüttgut eine Gewichtskraft auf die Wägezelle ausübt. Dieses Signal wird mit Hilfe des Messverstärkers über die Zeit integriert und als Durchflusswert kg/h oder t/h ausgegeben.
Dynamisches (diskontinuierliches) Wägen:
Eine Wägung, vergleichbar mit der kontinuierlichen Wägung, jedoch diskontinuierlich in Einzelwägungen bzw. Teilmengen die zu einer Gesamtmasse summiert werden.
EA:
European cooperation for Accreditation (früher WECC bzw. EAL). Regelt die internationale gegenseitige Anerkennung von DKD-Zertifikaten.
Eckenlastprüfung von Waagen:
Prüfung einer Waage durch exzentrisches Aufstellen einer Prüflast außerhalb der Wägeplattenmitte.
Eichfähige und nicht eichfähige Waagen:
Messtechnisch nahezu identisch. Bei der eichfähigen Waage sind einige Details gesetzlich vorgeschrieben, z. B. Softwareänderungen, zusätzliche Aufschriften, geprüfte Genauigkeit.
Eichfehlergrenze:
Die Eichfehlergrenze bezeichnet die maximal zulässige Abweichung eines Messgeräts bei der Eichung. Sie richtet sich unter anderem nach der Genauigkeitsklasse, dem Wägebereich und den geltenden gesetzlichen Anforderungen.
Eichfrist:
Die Eichfrist bezeichnet den Zeitraum, für den eine Waage nach den geltenden gesetzlichen Vorschriften geeicht ist. Ihre Dauer hängt von der Art des Messgeräts und den jeweils geltenden Regelungen ab.
Eichgültigkeitsdauer von Waagen:
Einbau-Bandwaagen | 2 Jahre
Dosierbandwaagen | 2 Jahre
Behälter-Durchlaufwaagen JesHopper | 2 Jahre
Behälter- und Plattformwaagen
Eichgültigkeitsdauer von Gewichten:
Gewichte der Fehlergrenzenklasse E2 4 Jahre
Gewichte der Fehlergrenzenklasse F1, F2 4 Jahre
Gewichte der Fehlergrenzenklasse M1-M3 4 Jahre
Kontrollgewichte, alle Klassen 1 Jahr
Eichkosten:
Gebühr, die bei der Eichung vom Eichamt erhoben wird. Zusätzlich zum Gerätepreis.
Eichung von Waagen:
Waagen unterliegen in Deutschland der gesetzlichen Eichpflicht, wenn sie für bestimmte geschäftliche, amtliche oder gesetzlich geregelte Zwecke eingesetzt werden. Dazu zählen insbesondere:
Ob eine Waage eichpflichtig ist, hängt vom konkreten Verwendungszweck und der Art des Wägesystems ab. Die gesetzlichen Anforderungen sind im Mess- und Eichgesetz (MessEG) und in der Mess- und Eichverordnung (MessEV) geregelt.
Eichwert (e):
Maß für die Eichtoleranz, je nach Waage meist zwischen 1 und 10 d.
Einbau-Bandwaage:
Der Materialstrom, der kontinuierlich auf einem Förderband gefördert wird, hat eine Druckbelastung auf die Tragstationen und die Transportrollen des Bandes zur Folge. Die Gewichtsbelastung der Tragstation (Messtragstation) der Bandwaage wird als Gewichtswert von der DMS-Wägezelle gemessen und von der nachgeschalteten Wägeelektronik normiert und ausgewertet. Gleichzeitig nimmt das auf dem Untergurt mitlaufende Messrad die aktuelle Bandgeschwindigkeit auf. Das Materialgewicht auf der Messtragstation und die Geschwindigkeit des Fördergurtes ergeben als Ergebnis die Förderleistung in Tonnen pro Stunde. Die Messgenauigkeit der Förderbandwaage liegt bei +/-1%. Eine Bandwaage lässt sich nachträglich in fast jedes Förderband einbauen.
Einschwingzeit:
Die Einschwingzeit bezeichnet die Zeit, die eine Waage nach einer Laständerung benötigt, bis sich die Anzeige innerhalb eines festgelegten Bereichs stabilisiert. Erst dann ist eine korrekte Messung möglich, da sonst die Schwingungen das Messergebnis verfälschen.
Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV):
Fähigkeit einer elektrischen Einrichtung (hier Waage), in ihrer elektromagnetischen Umgebung zufriedenstellend zu funktionieren und dabei diese Umgebung, zu der auch andere Einrichtungen gehören, nicht unzulässig zu beeinflussen. Eichfähige Waagen müssen Forderungen verschiedener IEC-Normen einhalten, je nach Einsatz- und Anwendungsgebiet.
Erdanziehung:
Ist von erheblichem Einfluss auf genaue elektronische Waagen. Da ihre Stärke an jedem Ort der Erde verschieden ist, müssen Labor und Präzisionswaagen standortabhängig justiert werden.
EU-Richtlinie:
Eine EU-Richtlinie legt verbindliche Ziele fest, die von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Für Produkte gelten jeweils die EU-Rechtsvorschriften, die auf das Produkt und seinen Verwendungszweck zutreffen.
Fahrzeugwaage:
Waage, bei der die Brücke zum Wägen von Fahrzeugen ausgebildet ist, z.B. Gleiswaage, Straßenfahrzeugwaage
Fallbeschleunigung:
Siehe Erdanziehung.
Fehlergrenzen bei Waagen:
Betrifft geeichte Waagen. Unter Fehlergrenzen versteht man die zulässige Toleranz, also die erlaubte Gewichtsabweichung nach Plus und Minus. Sie sind lastabhängig, Definition in der Eichordnung. Man unterscheidet die Fehlergrenzen bei der Ersteichung und die Verkehrsfehlergrenzen.
Fehlergrenzen bei Gewichten / Fehlergrenzenklassen:
Die Fehlergrenze eines Gewichtes entspricht der zulässigen Toleranz, also der größten, zulässigen Abweichung vom Nennwert nach Plus und Minus. Die Fehlergrenzenklassen bei Gewichten sind streng hierarchisch gestuft und in der OIML definiert.
Feingewichte:
Gewichtsstücke der OIML- Fehlergrenzklasse F1. Sie werden zur Prüfung von hochauflösenden Waagen verwendet.
Feinstrom:
Als Feinstrom wird der reduzierte Materialstrom am Ende eines Dosiervorgangs bezeichnet. Er ermöglicht es, den vorgegebenen Füll- oder Sollwert möglichst genau zu erreichen.
Filter zur Anpassung an die Umgebungsbedingungen:
Filter in Wägesystemen reduzieren den Einfluss von Störungen wie Vibrationen oder mechanischen Schwingungen auf das Messsignal. Dadurch kann die Gewichtsanzeige unter geeigneten Bedingungen stabilisiert werden.
FM Approvals
FM Approvals ist ein Geschäftszweig des amerikanischen Sachversicherers FM Global. Als Teil ihres Risikomanagements zertifizieren sie u.a. elektrische Geräte und Baustoffe. Es garantiert, dass die Produkte und Anlagen den höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards entsprechen.
Förderbandwaage:
Der Materialstrom, der kontinuierlich auf einem Förderband gefördert wird, hat eine Druckbelastung auf die Tragstationen und die Transportrollen des Bandes zur Folge. Die Gewichtsbelastung der Tragstation (Messtragstation) der Bandwaage wird als Gewichtswert von der DMS-Wägezelle gemessen und von der nachgeschalteten Wägeelektronik normiert und ausgewertet. Gleichzeitig nimmt das auf dem Untergurt mitlaufende Messrad die aktuelle Bandgeschwindigkeit auf. Das Materialgewicht auf der Messstation und die Geschwindigkeit des Fördergurtes ergeben als Ergebnis die Förderleistung in Tonnen pro Stunde. Die Messgenauigkeit der Förderbandwaage liegt bei +/-1%. Eine Bandwaage lässt sich nachträglich in fast jedes Förderband einbauen.
Füllstandsmessung:
Die Füllstandsmessung ermittelt den Füllstand oder die Füllmenge eines Behälters, Silos oder Tanks. Sie kann beispielsweise berührungslos mit daisy-Sensoren, Radar- oder Ultraschallsensoren oder gravimetrisch über das Gewicht des Inhalts mithilfe von Wägezellen erfolgen.
Gewichte:
Siehe Prüfgewichte.
Genauigkeitsklassen der Waagen:
Zusammenfassung verschiedener Waagenbauarten in Klassen gleicher Genauigkeit. Entsprechend internationalen Richtlinien der EU:
Grobwaage = Klasse (IIII)
Handelswaage = Klasse (III)
Präzisionswaage = Klasse (II)
Feinwaage = Klasse (I)
GOST
Die GOST-Zertifizierung ist das russische Parallel zur europäischen CE-Konformitätserklärung. Da europäische Zertifikate in Russland nicht anerkannt werden, muss jede in das Land exportierte Ware mit diesem Zertifikat ausgestattet sein. Dieses gilt als Nachweis für die Erfüllung der Mindestanforderungen des russischen Marktes mit dem Ziel der Qualitätssicherung.
Gravimetrische Messung:
Bei der gravimetrischen Messung wird die Masse eines Materials anhand seiner Gewichtskraft bestimmt. Das Verfahren wird beispielsweise zur Mengenerfassung, Dosierung und Füllstandsüberwachung eingesetzt.
Gravimetrische Füllstandssystem:
Ein gravimetrisches Füllstandssystem ermittelt die Füllmenge eines Silos, Tanks oder Behälters anhand von Gewichtsänderungen. Je nach System kommen Wägezellen oder Dehnungssensoren an bestehenden Stützkonstruktionen zum Einsatz.
Der Dehnungssensor kann nachträglich an vorhandene Stützkonstruktionen von Silos und anderen Behältern angeschraubt werden. Erfasst werden geringste statische und dynamische Dehnungen bzw. Stauchungen im Stahlgefüge der Stützkonstruktionen. Das Funktionsprinzip entspricht der einer Wägezelle wobei hier die vorhandene Stütze die Funktion des Messkörpers übernimmt. Idealer Einsatzbereich ist nachträgliche Ausrüstung bestehender Silos, Tanks und Mischer. Der Sensor kann jederzeit ohne Produktionsunterbrechung montiert werden.
Hochauflösende Waagen:
Hierunter versteht man meist Analysewaagen und Präzisionswaagen mit einer Auflösung von > 100.000 Digits. Die Auflösung errechnet sich aus Wägebereich / Ablesbarkeit d
Beispiel: Wägebereich 300g, Ablesbarkeit 0.001g entspricht 1mg, Auflösung = 300.000 Digits
Höchstlast (Max):
Die Höchstlast bezeichnet die größte Masse, für die eine Waage ausgelegt ist. Eine Belastung oberhalb dieses Wertes kann die Messgenauigkeit beeinträchtigen oder das Wägesystem beschädigen.
Impulsgeber:
Ein Impulsgeber erzeugt elektrische Signale zur Erfassung von Bewegungen oder Drehzahlen. Bei Bandwaagen kann er beispielsweise die Bandgeschwindigkeit erfassen, die zur Berechnung des Materialdurchsatzes benötigt wird.
Industriewaagen:
Industriewaagen werden zur Erfassung von Gewichten und Materialmengen in industriellen Prozessen eingesetzt. Dazu zählen beispielsweise Plattformwaagen, Behälterwaagen, Bandwaagen, Dosierbandwaagen und Fahrzeugwaagen.
Interface:
Siehe Datenschnittstelle.
IP Schutzart:
Die IP-Schutzart beschreibt, wie gut ein Gehäuse gegen das Eindringen von Fremdkörpern, Staub und Wasser geschützt ist. Welche Schutzart erforderlich ist, hängt von den Umgebungsbedingungen am Einsatzort ab.
ISO 9001:
Die ISO 9001 ist eine internationale Norm, die Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme in Unternehmen festlegt. Sie unterstützt Unternehmen dabei, Prozesse zu strukturieren, die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen sicherzustellen und die Kundenzufriedenheit kontinuierlich zu verbessern. Unternehmen können ihr Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 zertifizieren lassen.
ISO/GLPP-Protokollierung:
In Qualitätssicherungssystemen werden Ausdrucke von Messergebnissen (Rohwerte) sowie Ausdrucke der korrekten Waagenjustierung unter Angabe von Datum und Uhrzeit, sowie der Waagen-Identifikation verlangt. Am einfachsten über angeschlossenen Drucker möglich.
Justage:
Bei der Justage wird eine Waage so eingestellt, dass ihre Messwerte innerhalb der vorgegebenen Anforderungen liegen. Dabei wird das Messverhalten mithilfe geeigneter Referenzgewichte angepasst. Eine Justage ist nicht mit einer Kalibrierung oder Eichung gleichzusetzen.
Kalibrieren:
Feststellen der Richtigkeit einer Messgröße eines Messgerätes (z.B. Waage) ohne Eingriff in das Messsystem. Beispiel: Prüfen einer Waage durch Auflegen eines Prüfgewichtes. Eine Kalibrierung ist nicht mit einer Justage oder Eichung gleichzusetzen.
Kalibiriergewicht:
Ein Kalibriergewicht ist ein Referenzgewicht, das zur Überprüfung der Messabweichung einer Waage verwendet wird. Der Begriff wird häufig umgangssprachlich verwendet; fachlich ist meist ein Prüfgewicht gemeint.
Kalibrierschein (Kalibrierzertifikat):
Ein Kalibrierschein dokumentiert die Ergebnisse einer Kalibrierung, einschließlich der ermittelten Messabweichungen und der Messunsicherheit. Er enthält Angaben zur Rückführbarkeit der Messergebnisse auf geeignete Referenznormale.
Kapazitätsanzeige:
Eine Kapazitätsanzeige zeigt an, welcher Anteil des verfügbaren Wägebereichs bereits genutzt wird. Sie hilft, eine Überlastung der Waage zu vermeiden.
Kennlinie einer Waage:
Grafische Darstellung der Gewichtsanzeige einer Waage unter Belastung mit Prüfgewichten, von Null bis zur Höchstlast. Aus dem Kennlinienverlauf lassen sich Rückschlüsse auf die Waagen-Genauigkeit ziehen.
KIS–Wägezellen:
KIS-Wägezellenmodule werden direkt zwischen Fundament und Behälterabstützung eingebaut. Bedingt durch die einzigartige Konstruktion der KIS-Wägezellen kann sich der Krafteinleitungspunkt praktisch ohne Genauigkeitsbeeinflussung auf dem zylindrischen Teil der Wägezelle verschieben. Fehlmessungen aufgrund von Wärmeausdehnungen, Vibrationen oder hohen Seitenkräften treten praktisch nicht auf.
KIS–Prinzip:
Die KIS-Wägezellen arbeiten nach dem Biegebalkenprinzip, wobei von den Dehnungsmessaufnehmern nur die im Biegebalken auftretenden Scherkräfte erfasst werden. Da über den Messkörper der Wägezelle, in Form eines I-Profils ausgebildet, eine massive Hülse "übergestülpt" ist, kann die Last mittels Joch direkt mittig über den Dehnungsaufnehmern eingeleitet werden. Dies ermöglicht, dass nur die reinen Scherkräfte gemessen werden. Biegekräfte werden praktisch nicht erfasst, auch wenn sich der Krafteinleitungspunkt verschiebt.
Konformitätsbescheinigung:
Die Übereinstimmung von eichfähigen Waagen mit der Bauartzulassung wird vom Eichamt durch die Ausstellung der Konformitätsbescheinigung im Zuge der Eichung dokumentiert.
Konformitätsbewertung:
Die Konformitätsbewertung ist das Verfahren, mit dem geprüft wird, ob ein Produkt die geltenden gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Je nach Produkt und Rechtsvorschrift erfolgt die Bewertung durch den Hersteller selbst oder unter Einbeziehung einer unabhängigen Prüfstelle.
Konformitätsbewertungsverfahren:
Durch ein Konformitätsbewertungsverfahren weist der Hersteller nach, dass ein Produkt die geltenden gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Das Verfahren muss vor dem Inverkehrbringen durchgeführt werden. Je nach Produkt und Rechtsvorschrift kann der Hersteller die Bewertung selbst vornehmen oder muss eine unabhängige, benannte Stelle (z.B. Eichamt) einbeziehen.
Nach erfolgreicher Konformitätsbewertung stellt der Hersteller, sofern vorgeschrieben, eine EU-Konformitätserklärung aus und bringt die CE-Kennzeichnung am Produkt an, sofern die geltenden Rechtsvorschriften dies vorsehen.
Konformitätserklärung:
Die Konformitätserklärung dokumentiert, dass ein Erzeugnis den EU-Richtlinien entspricht. Bei elektronischen Waagen immer in Verbindung mit dem CE-Kennzeichen.
Konventioneller Wägewert eines Gewichtsstückes:
Wirkung eines Gewichtsstückes auf eine Waage unter folgenden idealisierten Bedingungen: Werkstoffdichte des Gewichtes 8000kg/m³, Bezugstemperatur 20°C, Luftdichte bei der Messung 1,2 kg/m³. Der konventionelle Wägewert vereinfacht sehr genaue Wägungen, da nunmehr Schwankungen der Luftdichte bis zu +/- 10% rechnerisch nicht berücksichtigt werden müssen. Er hat sich weltweit durchgesetzt.
Kraftnebenschluss:
Ein Kraftnebenschluss entsteht, wenn ein Teil der aufgebrachten Last nicht über die vorgesehene Wägezelle, sondern über andere mechanische Verbindungen abgeleitet wird. Dadurch kann das Messergebnis verfälscht werden.
Lastbereich:
Beschreibt den Belastungsbereich, in dem ein Wägesystem eingesetzt wird. Nicht mit dem Wägebereich verwechseln.
Lastträger:
Der Lastträger ist der Teil einer Waage, der das Wägegut aufnimmt und dessen Gewichtskraft auf die Wägezellen überträgt. Beispiele sind Plattformen, Behälter, Haken, Förderbänder oder Rahmenkonstruktionen.
Lastzelle:
Alternative Bezeichnung für Wägezelle.
LCD-Anzeige (Liquid Cristal Display):
Eine LCD-Anzeige stellt Gewichtswerte und weitere Informationen mithilfe von Flüssigkristallen dar. Sie benötigt eine externe Lichtquelle oder Hintergrundbeleuchtung, da die Flüssigkristalle selbst kein Licht erzeugen.
LED-Anzeige (Light Emitting Diode):
Eine LED-Anzeige stellt Gewichtswerte und weitere Informationen mithilfe lichtemittierender Dioden dar. Sie leuchtet selbst und ist dadurch auch bei dunkler Umgebung gut ablesbar.
Linearität/ Richtigkeit:
Die Linearität beschreibt, wie stark die Messwerte einer Waage über den Wägebereich von einer idealen Kennlinie abweichen. Sie ist eine wichtige Kenngröße zur Beurteilung des Messverhaltens. Die zulässigen Abweichungen hängen vom jeweiligen Wägesystem und den geltenden Anforderungen ab. Qualitätsmerkmal von Wägesystemen.
Luftauftrieb:
Luftauftrieb ist die Kraft, die Luft auf einen Körper ausübt und die dessen scheinbares Gewicht verringert. Bei hochgenauen Wägungen und bestimmten Schüttgutprozessen kann dieser Effekt das Messergebnis beeinflussen. z.B. bei Schüttstromwaagen ist dies nicht vernachlässigbar. Auch Luftströmungen, beispielsweise durch Absaugungen, können die Wägung stören.
Masse:
Die Masse eines Körpers ist eine physikalische Größe. Sie ist ein Maß für die Trägheitswirkung gegenüber einer Geschwindigkeitsänderung, wie auch die Anziehung auf andere Körper. Die Masse ist immer gleich, ungeachtet der Erdanziehung und dem Luftauftrieb. Für die Masse gilt ebenfalls die metrische Einheit „Kilogramm“.
Mehrbereichswaage:
Waage mit mehreren, unterschiedlichen Wägebereichen. Jeder Wägebereich beginnt bei Null, der größte Wägebereich endet bei der Höchstlast der Waage. Jeder Wägebereich hat eine eigene Ablesbarkeit d.
Messabweichung:
Differenz zwischen einem Messwert und einem Referenzwert
Messbereich:
Der Messbereich ist der Bereich von Messwerten der Messgröße, in dem vorgegebene Fehlergrenzen nicht überschritten werden. Er wird begrenzt durch Anfangswert und Endwert (z.B. Mindestlast und Höchstlast bei Waagen).
MessEG (Mess- und Eichgesetz):
Das Mess- und Eichgesetz regelt unter anderem das Inverkehrbringen und die Verwendung von Messgeräten sowie deren Eichung. Es soll sicherstellen, dass Messergebnisse dort zuverlässig sind, wo sie für gesetzlich geregelte Zwecke relevant sind.
Messen:
Messen ist der experimentelle Vorgang, durch den ein spezieller Wert einer physikalischen Größe als Vielfaches einer Einheit oder eines Bezugswertes ermittelt wird. Das Auswerten bis zum Messergebnis gehört ebenfalls zum Messen.
MessEV (Mess- und Eichverordnung):
Die Mess- und Eichverordnung konkretisiert die gesetzlichen Anforderungen an Messgeräte und deren Verwendung. Sie enthält unter anderem Regelungen zum Inverkehrbringen, zur Bereitstellung auf dem Markt und zur Eichung.
Messergebnis:
Das Messergebnis ist der ermittelte Wert der interessierenden Messgröße; es wird aus einem oder mehreren Messwerten einer einzelnen Messgröße mit Hilfe einer vorgegebenen Beziehung erhalten. Im einfachsten Fall kann ein einzelner Messwert bereits als Messergebnis darstellen. Ein Messergebnis ist nur vollständig mit der Angabe der Messunsicherheiten des Messwertes.
Messfehler bzw. Unsicherheit einer Waage:
Die Messunsicherheit kennzeichnet den Bereich, in dem der tatsächliche Messwert liegt. Sie wird individuell für jede Waage nach einem genau festgelegten Prüfverfahren ermittelt und im Kalibrierschein dokumentiert. Sie hängt von verschiedenen waageninternen und externen Faktoren ab. Die Messunsicherheit steigt mit zunehmender Belastung der Waage.
Messsignal:
Ein Messsignal bildet eine physikalische Größe, beispielsweise eine Gewichtskraft, als elektrisches oder digitales Signal ab. In der Wägetechnik wird es von der Wägeelektronik verarbeitet und zur Ermittlung des Gewichtswerts genutzt.
Metalldetektor:
Metalldetektoren dienen zur kontinuierlichen und zuverlässigen Überwachung von z.B. Förderbändern gegenüber Fremdmetallen. Der Einsatzbereich liegt überall dort, wo z.B. Bänder zum Transport von Materialien eingesetzt werden. Egal, ob Metalle aus Eisen, Edelstahl, Aluminium, Messing oder Kupfer detektiert werden sollen, der Metalldetektor erkennt zuverlässig diese Fremdkörper. Die Untergurtsuchspule wird einfach und schnell in neue und vorhandene Förderbänder integriert.
Metrologie:
Lehre vom Messen, den Maßeinheiten und den Messsystemen. Bei Waagen insbesondere im Zusammenhang mit dem Eichwesen gebräuchlich.
MID (Measuring Instruments Directive):
MID ist die Abkürzung für die EU-Messgeräterichtlinie 2014/32/EU. Sie legt Anforderungen an bestimmte Messgeräte fest, die auf dem EU-Markt bereitgestellt oder in Betrieb genommen werden. Nicht alle Waagen fallen unter die MID; für nichtselbsttätige Waagen gilt eine separate EU-Richtlinie.
Mindestlast Min:
Untere Grenze des eichfähigen Wägebereiches. Sie ist auf dem Eichschild vermerkt. Die Funktion der Waage ist auch unterhalb der Mindestlast gegeben.
Nacheichung:
Die Nacheichung ist die erneute amtliche Eichung eines Messgeräts nach Ablauf der geltenden Eichfrist. Dabei wird geprüft, ob das Gerät die gesetzlichen Anforderungen weiterhin erfüllt.
Nettogewicht:
Gewicht eines Wägegutes nach Abzug seines Transportbehälters.
Netto-Total:
Möglichkeit, das Behältergewicht beim Rezeptieren in einem getrennten Waagenspeicher abzulegen. Das Nettototal ist die Gewichtssumme aller eingewogenen Komponenten (ohne Behältergewicht) und wird von der Waage auf Tastendruck angezeigt. Dient der Kontrolle am Ende einer Rezeptur.
Newton:
Die Einheit Newton (N) ist die Krafteinheit im internationalen Einheitensystem (SI). Sie ist die Kraft, die einen Körper der Masse 1 kg um 1m/sec² beschleunigt.
Nichtselbsttätige Waage (NSW):
Eine nichtselbsttätige Waage benötigt während des Wägevorgangs einen Eingriff durch eine Bedienperson, beispielsweise zum Auflegen des Wägeguts. Für bestimmte gesetzlich geregelte Anwendungen gelten besondere Anforderungen. Dieser Begriff wird insbesondere bei eichfähigen Waagen angewandt.
Nullpunktkorrektur:
Die Nullpunktkorrektur gleicht eine Abweichung des Nullpunkts einer Waage aus. Sie sorgt dafür, dass die Waage im unbelasteten Zustand den vorgesehenen Nullwert anzeigt.
Nullstellen:
Beim Nullstellen wird die unbelastete Waage so eingestellt, dass sie den Nullwert anzeigt. Die Funktion dient dazu, kleine Nullpunktabweichungen auszugleichen.
Nullen (Erst-):
Die Erstnullung muss bei der ersten Inbetriebnahme durchgeführt werden. Damit bekommt die Waage mitgeteilt wie groß die zu vernachlässigende Tara Vorlast ist. Des Weiteren ist dieses erforderlich sobald Arbeiten oder Verunreinigungen an der Waage dazugeführt haben, dass sich der Anzeigewert außerhalb des festgelegten Nullpunktfensters befindet.
NTEP (National Type Evaluation Program):
Die NTEP-Zertifizierung wird den Geräteherstellern von Wäge- und Messgeräten von der NCWM (englische Abkürzung für: Nationale Konferenz über Gewichte und Maße) nach erfolgreichem Abschluss des Eichprozesses erteilt. Diese Zertifizierung bestätigt, dass der Gerätehersteller die Anforderungen für kommerzielle Wäge- und Messgeräte der Vereinigten Staaten erfüllt.
OIML (Organisation Internationale de Métrologie Légale):
Die OIML ist eine internationale Organisation für das gesetzliche Messwesen. Sie regelt die messtechnischen Belange im gesetzlichen Eichwesen (Metrologie), um messtechnische Anforderungen international zu harmonisieren und den weltweiten Handel mit Messgeräten zu erleichtern.
Plus-Minus-Wägungen:
z. B. zur Qualitätskontrolle: Waage mit Sollgewicht belasten - Nulltarieren durch Druck auf TARE-Taste (Sollgewicht wird gespeichert) - Waage zeigt bei Folgewägungen ausschließlich die Abweichungen vom Sollgewicht vorzeichenrichtig an. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die gravimetrische Füllstandsmessung. Bei dieser kann mit Hilfe der Vorzeichen eine Befüllung oder Entleerung eines Silos dargestellt werden.
Prallplattenwaagen:
Prallplattenwaagen werden zur kontinuierlichen Gewichtsmessung von fließfähigen Schüttgütern eingesetzt. Dieser Schüttstrommesser lässt sich problemlos auch bei abrasiven und heißen Materialien einsetzen. Das Waagengehäuse ist staubdicht und kann auf Wunsch auch in Edelstahl gefertigt werden. Erfasst wird die Beschleunigungskraft, die auftritt, wenn das Schüttgut auf die schräg im Produktstrom angeordnete Messplatte prallt.
Präzisionsgewichte:
Präzisionsgewichte sind Prüfgewichte mit definierten Genauigkeitsanforderungen. Sie werden zur Prüfung und Kalibrierung von Waagen eingesetzt. Die Genauigkeitsklasse – beispielsweise M1 – richtet sich nach dem vorgesehenen Einsatz und den Anforderungen an die Waage. M1 werden zur Prüfung von Präzisionswaagen und Industriewaagen verwendet.
Prozentbestimmung:
Beispiel: Referenzgewicht einer Probe vor der Trocknung 50g = Waagenanzeige 100%. Nach der Trocknung 40g = Waagenanzeige 80% absolut (Trockenmasse) oder 20% relativ (Feuchte).
Prüfgewicht extern:
Ein externes Prüfgewicht (früher Kalibriergewicht) ist ein separates Gewicht, dass zur Einstellung und Überprüfung der Waagengenauigkeit dient.
Prüfgewicht intern:
Wie externes Prüfgewicht, jedoch in die Waage eingebaut und motorgetrieben.
Prüfgewichtsklasse:
Die Prüfgewichtsklasse beschreibt die Genauigkeitsanforderungen an ein Prüfgewicht. Die OIML unterscheidet beispielsweise die Klassen E1, E2, F1, F2, M1, M2 und M3. Welche Klasse geeignet ist, hängt unter anderem von der Waage und dem vorgesehenen Prüfzweck ab.
Prüfmittelüberwachung:
Die Prüfmittelüberwachung umfasst die regelmäßige Überprüfung und Dokumentation von Messmitteln (z.B. Waagen) und Prüfmitteln (z.B. Prüfgewichte). Prüfintervalle und Verfahren richten sich nach den Anforderungen des Qualitätsmanagements, den Einsatzbedingungen und gegebenenfalls gesetzlichen Vorgaben.
PTB (Physikalisch-Technische-Bundesanstalt):
Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) ist das nationale Metrologieinstitut Deutschlands. Sie entwickelt und bewahrt unter anderem die nationalen Normale für physikalische Größen und nimmt Aufgaben im gesetzlichen Messwesen wahr, beispielsweise bei der Konformitätsbewertung bestimmter Waagen und Waagenmodule.
Querkräfte:
Querkräfte sind Kräfte die nicht senkrecht auf die Wägezelle wirken. Sie können z.B. durch Motoren, Rührwerke, Unsymetrie, Windkräfte, Eigenschwingung oder Erschütterungen erzeugt werden. Querkräfte verfälschen das Messergebnis der Wägezelle, daher ist eine hohe Unempfindlichkeit gegen Querkräfte ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Wägezellen.
Referenzgewicht:
Repräsentatives Teilegewicht bei der Stückzählung gleicher Teile. Wird meist aus der Durchschnittsbildung mehrerer Teile gewonnen.
Referenzverwiegung:
Bei einer Referenzverwiegung wird eine bekannte oder unabhängig ermittelte Masse als Vergleichswert herangezogen. Sie dient dazu, die Messergebnisse eines Wägesystems zu überprüfen oder zu vergleichen.
Es sind zwei Verfahren möglich:
Referenzwaage:
Eine Referenzwaage ist eine Waage, deren Messergebnisse als Vergleichswerte für die Überprüfung eines anderen Wägesystems verwendet werden. Ihre Eignung hängt unter anderem von ihrer Genauigkeit und der Rückführbarkeit ihrer Messergebnisse ab.
Referenzstückzahl:
Die Referenzstückzahl ist die Anzahl gleicher Teile, die zur Ermittlung des durchschnittlichen Stückgewichts gewogen werden. Eine größere Stichprobe kann die Repräsentativität verbessern, insbesondere wenn die Einzelgewichte der Teile schwanken. Meist zwischen 5 und 50 Stück.
Rekalibrieren:
Periodisches Nachmessen eines Mess-/ Prüfmittels (z.B. Waagen / Gewichte) zur Überwachung seiner Richtigkeit.
Reproduzierbarkeit:
(= Standardabweichung) Maß der Übereinstimmung bei Wiederholungsmessungen (z.B. Dosierbandwaage) unter denselben Bedingungen. Meist 1 d oder kleiner. Qualitätsmerkmal von Wägesystemen.
Rezeptieren:
Einwägen verschiedener Komponenten in einen Behälter zu einer Mischung, beispielsweise nach einem Rezept.
RS-Schnittstelle:
RS-Schnittstellen sind serielle Datenschnittstellen, beispielsweise RS-232 oder RS-485. Sie ermöglichen den Austausch von Wägedaten zwischen Waagen, Steuerungen und anderen Geräten. Siehe auch: Datenschnittstelle.
Rückführbarkeit auf das nationale Normal:
Die Norm ISO 9000 verlangt, dass alle Prüfmittel (z.B. Gewichte) mit dem amtlichen Normal gemäß definierter Toleranz übereinstimmen.
Schutzart IP:
Die IP-Schutzart gibt an, wie gut ein Gehäuse gegen das Eindringen von Fremdkörpern, Staub und Wasser geschützt ist. Die erste Kennziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper, die zweite den Schutz gegen Wasser. Welche Schutzart erforderlich ist, hängt von den Einsatzbedingungen ab.
Je höher die Nummer, desto weniger dringt Staub und Spritzwasser in ein Waagengehäuse ein. IP 54 ist bei höherwertigen Waagen Standard. Siehe IP-Schutznormen.
Schüttstrommesser:
Schüttstrommesser werden zur kontinuierlichen Gewichtsmessung von fließfähigen Schüttgütern eingesetzt. Der Schüttstrommesser arbeitet nach dem Zentripetalkraft-Prinzip. Durch die gekrümmte (bogenförmige) Rutschenform erfolgt eine Ablenkung des Materialstroms von der vertikalen Fallachse in eine Kreisbahn. Hierdurch wird auf das Produkt eine Zentrifugalkraft ausgeübt, was eine Gegenkraft - die Zentripetalkraft - an der Aufhängung der Messrutsche zur Folge hat. Die Aufnahme dieser Kraft erfolgt über hochpräzise DMS-Kraftmesszellen innerhalb des Messgehäuses. Dieses Messprinzip erlaubt gegenüber Prallplattenwaagen eine kontinuierliche und genaue Verwiegung auch von sehr leichten Schüttgütern in Pulver- und Granulatform.
Selbsttätige Waage:
Eine selbsttätige Waage führt den Wägevorgang ohne Eingriff einer Bedienperson durch. Sie wird beispielsweise zur automatischen Abfüllung, Dosierung oder kontinuierlichen Mengenerfassung eingesetzt.
Stand-by Waage:
Eine Stand-by-Waage wird bei Nichtgebrauch in einen Bereitschaftszustand versetzt, in dem bestimmte Funktionen aktiv bleiben. Je nach Ausführung kann dadurch die erneute Betriebsbereitschaft ohne vollständige Aufwärmzeit erreicht werden.
Selbstzentrierende Pendelstütze:
Konstruktion zur Übertragung von Kräften auf Wägezellen, die eine Beweglichkeit des Lastträgers zulässt, Seitenkraft auf die Wägezelle minimiert und Rückstellkräfte erzeugt, die den Lastträger stets in eine stabile Ruhelage bringen.
Skala:
Eine Skala ist eine Folge von Markierungen oder Ziffern zur Darstellung von Messwerten. Bei einer Strichskala werden Werte anhand von Teilstrichen abgelesen, bei einer Ziffernskala anhand angezeigter Ziffern.
Statische Wägesysteme:
Ein statisches Wägesystem bestimmt die Masse eines Wägeguts im ruhenden Zustand. Typische Anwendungen sind die Verwiegung von Silos, Behältern und Tanks.
Stillstandskontrolle:
Die Stillstandskontrolle erkennt, ob sich die Gewichtsanzeige innerhalb festgelegter Grenzen stabilisiert hat. Sie ermöglicht beispielsweise, einen Wägewert erst dann zu übernehmen, wenn die Anzeige ausreichend ruhig ist.
Tara:
Die Tara-Funktion setzt die Gewichtsanzeige einer Waage mit aufgelegtem Behälter oder anderem Taragewicht auf null. Dadurch wird bei der anschließenden Wägung das Nettogewicht des Inhalts angezeigt. Die Tara reduziert den verbleibenden Wägebereich, da das Taragewicht zur maximalen Belastung beiträgt. Beispiel: Wägebereich max. 6000kg, Tara (=Behälter) 470kg, verfügbarer Wägebereich = 5530kg.
Taragewicht:
Gewicht der Verpackung, Silos, Behälter, Fördergurtes eines Wäge- oder Schüttgutes oder eines Transportbehälter.
Teilung:
Bei der digital anzeigenden Waage ist sie mit der Ablesbarkeit d identisch.
Teilungsschritt:
Die in Masseneinheiten ausgedrückte Differenz zweier aufeinander folgender angezeigter Zahlenwerte.
Temperaturbereich:
Bereich, in welchem eine geeichte Waage benutzt werden darf. Er ist auf dem Kennzeichnungsschild angegeben. Bei Über- oder Unterschreitung sind Messfehler möglich.
Temperatureinfluss auf Waagen:
Dieser ist physikalisch bedingt und kann nur zum Teil durch eingebaute Kompensationen korrigiert werden. Es ist deshalb notwendig, die Waage auf den Arbeitstemperaturbereich anzupassen.
Toleranz:
Jedes Messgerät hat eine physikalisch bedingte Anzeigentoleranz. Die Toleranz definiert die größte, zulässige Abweichung der Anzeige nach Plus und Minus.
Überlast- und Unterlastanzeige:
Die Überlast- und Unterlastanzeige signalisiert, wenn die Belastung einer Waage außerhalb ihres vorgesehenen Messbereichs liegt. Die genaue Anzeige oder Fehlermeldung hängt vom jeweiligen Wägesystem ab.
UL-Kennzeichnung (Underwriters Laboratories):
Das UL-Zertifikat ist ein in den USA anerkanntes Sicherheits-Prüfzeichen, das als Qualitätssymbol gilt. Es bestätigt die Konformität eines Produkts mit den Sicherheitsbestimmungen der USA und gilt somit als zuverlässiger Nachweis für Qualität und Sicherheit zum Schutz des Verbrauchers. Die Übereinstimmung mit den nationalen Sicherheitsregeln wird durch das Prüfzeichen eines qualifizierten Testlabors nachgewiesen. Die anerkanntesten Testlabore sind CSA (Canadian Standards Association) oder UL (Underwriters Laboratories). Die CSA prüft nach CSA-Standards, die wiederum nationale Standards als festen Bestandteil haben.
Umgebungsbedingungen:
Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit, Vibrationen und Luftströmungen können die Messgenauigkeit einer Waage beeinflussen. Sie sind bei Auswahl, Installation und Betrieb eines Wägesystems zu berücksichtigen.
Validierung:
Dokumentierter Nachweis, dass ein Prozess oder Verfahren mit hoher Sicherheit geeignet ist, eine spezifische Aufgabe zu erfüllen.
Verifizierung:
Dokumentierter Nachweis, dass eine festgelegte Anforderung erfüllt ist.
Verkehrsfehlergrenzen:
Verkehrsfehlergrenzen bezeichnen die zulässigen Messabweichungen eines Messgeräts bei seiner Verwendung. Bei nichtselbsttätigen Waagen betragen sie grundsätzlich das Doppelte der für die Waage geltenden Fehlergrenzen. Für andere Messgeräte können abweichende Regelungen gelten. Sie sind die zulässigen Abweichungen beim Gebrauch einer Waage nach Plus und Minus.
Wägebereich (Max):
Der Wägebereich einer Waage reicht bis zur angegebenen Höchstlast (Max). Diese bezeichnet die maximale Last, für die die Waage ausgelegt ist. Bei der Verwiegung ist zusätzlich das Eigengewicht von Behältern oder anderen Taralasten zu berücksichtigen.
Wägewert:
Der Wägewert ist der von einer Waage ermittelte und angezeigte Gewichtswert. Er kann abgelesen oder übertragen werden, sobald die Anzeige ausreichend stabil ist und die Waage die Übernahme des Werts freigibt.
Wägezelle:
Eine Wägezelle ist ein Messwertaufnehmer, der eine wirkende Kraft – beispielsweise die durch eine Last verursachte Gewichtskraft – in ein elektrisches Signal umwandelt. Ihre Eigenschaften beeinflussen maßgeblich die Genauigkeit und das Verhalten des gesamten Wägesystems.
Wägezellenmodule:
Wägezellenmodule werden direkt zwischen Fundament und Behälterabstützung eingebaut. Dies vereinfacht erheblich die Planung und Montage der Wägesysteme. In den Modulen kommen sehr präzise Doppel-Scherstabwägezellen in vielfältigen Messbereichen zum Einsatz. Je nach Bauart können sie Bewegungen und Querkräfte kontrolliert aufnehmen und so auf zusätzliche Lenkungs- und Fesselungsmechaniken verzichtet werden.
Ziffernschritt:
Siehe Ablesbarkeit.
Zertifikat:
Siehe Kalibrierschein.
Zertifizierung nach DIN ISO 9001:
Die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 bestätigt, dass das Qualitätsmanagementsystem eines Unternehmens die Anforderungen der Norm erfüllt. Sie erfolgt durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle nach erfolgreicher Prüfung und wird durch ein Zertifikat dokumentiert.
Zulassung einer Waage:
Die Zulassung bezeichnete früher die behördliche Genehmigung einer Waagenbauart. Heute erfolgt die Bewertung gesetzlich geregelter Waagen je nach Waagenart und Verwendungszweck im Rahmen der geltenden Konformitätsbewertungsverfahren. Zuständige Stellen können dabei beispielsweise die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) oder andere benannte Stellen sein.