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SCHÜTTGUT: Hochgenaue Erfassung von Mengenströmen

Für den reibungslosen Produktionsablauf einer Sortieranlage von Kunststoffabfällen musste eine genaue Gewichts- und Mengenerfassung erfolgen. Beide Förderlinien wurden dafür mit einer Einbau-Förderbandwaage ausgerüstet.

Diese Sortieranlage ist für eine Jahreskapazität von 115.000 t ausgelegt und verarbeitet im Drei-Schichtbetrieb 20 t/h Kunststoffabfall.

Diese Sortieranlage ist für eine Jahreskapazität von 115.000 t ausgelegt und verarbeitet im Drei-Schichtbetrieb 20 t/h Kunststoffabfall.

Die beiden Förderlinien vor den Siebanlagen wurden jeweils mit einer Einbau-Förderbandwaage vom Typ EBW 20 ausgerüstet.

Die beiden Förderlinien vor den Siebanlagen wurden jeweils mit einer Einbau-Förderbandwaage vom Typ EBW 20 ausgerüstet.

Für die kontinuierliche Gewichtserfassung wurden die Bunker auf je acht Wägezellenmodule vom Typ LCM 460 aufgeständert, die direkt zwischen Bunker und Stahlunterkonstruktion installiert wurden.

Für die kontinuierliche Gewichtserfassung wurden die Bunker auf je acht Wägezellenmodule vom Typ LCM 460 aufgeständert, die direkt zwischen Bunker und Stahlunterkonstruktion installiert wurden.

Wir nehmen‘s genau - könnte auch als Motto über diesem Projekt unseres nördlichen Nachbarn stehen: Europas größte und effizienteste Anlage zum Sortieren von Kunststoffverpackungen wurde in diesem Jahr feierlich in Schweden eröffnet.


Damit schuf Schweden die Voraussetzungen, alle im Land anfallenden Kunststoffverpackungen zu sortieren und damit der gezielten Wiederverwertung zuführen zu können. Schweden schafft es damit, 99% des erzeugten Abfalls zu recyceln – und zählt damit weltweit zu den Spitzenreitern. Greta Thunberg darf stolz auf ihr Land sein.


Diese Sortieranlage ist für eine Jahreskapazität von 115.000 t ausgelegt und verarbeitet im 3-Schichtbetrieb 20 t/h Kunststoffabfall. Nur durch den Einsatz hochmoderner Verfahren können dabei eine exakte Trennung der Kunststofffraktionen und deren Säuberung von Fremdstoffen erfolgen.


Die Planung, die Ausführung und der Bau dieser vollautomatischen Sortieranlage lag in der Hand eines deutschen Anlagenbauers, der die Anlage nach nur 18 Monaten Bauzeit an den Bauherrn übergab.


Für den reibungslosen Produktionsablauf in solch einer Anlage ist auch eine genaue Erfassung der Mengenströme unerlässlich. So sollten zum einen die Eingangs-Fördermengen, die auf Förderbändern zu den Siebanlagen transportiert werden, verwogen werden; zum anderen sollte in den Bunkeranlagen, in denen die Abfälle sortenrein gelagert werden, eine Gewichts- bzw. Mengenerfassung erfolgen und eine Überfüllung vermieden werden.


Für diese wägetechnischen Aufgaben erhielt MTS MessTechnik Sauerland GmbH den Auftrag. MTS rüstete beide Förderlinien vor den Siebanlagen jeweils mit einer Einbau-Förderbandwaage vom Typ EBW 20 aus. Die Waagen wurden bei einer Gurtbreite von 1.400 mm für eine Förderleistung von maximal 10 t/h bei einer Bandgeschwindigkeit von 0,5 m/s ausgelegt.


Die Auswertung erfolgt über die leistungsstarke Wägeelektronik ModWeigh FBW mit Bandwaagensoftware, ausgerüstet mit einer Profinet-Schnittstelle zur Anbindung an das Prozessleitsystem. Die Auswertungen beider Waagen wurden in einen Schaltschrank montiert und konnten so mit nur einem Bedien- und Anzeigemodul ausgestattet werden. Damit sind jederzeit ein vom PLC unabhängiger Zugriff und die Einstellung der Waagen möglich.


Die beiden Bandwaagen arbeiten fast wartungsfrei mit einem Messfehler von maximal +/- 1% bezogen auf die Durchsatzmenge. Die Messungen erfassen aktuell den Input in die Anlage, könnten aber auch zur Regelung der Siebbefüllung genutzt werden.

 

Vom Bunker in die Presse

Nachdem die unterschiedlichen Kunststoffe, wie LDPE, HDPE (natur/mix), PET Flaschen, PET Schalen und PP, sortenrein getrennt wurden, werden diese in zehn Bunkern gesammelt. Wenn ein bestimmtes Bunkergewicht erreicht ist, erfolgt automatisch die Entleerung auf ein Transportband, das zur Ballenpresse führt. Die Bunker haben ein Leergewicht von bis zu 12 t, sind 19 m lang und bis zu 2,40 m breit.


Für die kontinuierliche Gewichtserfassung wurden die Bunker auf je acht Wägezellenmodule vom Typ LCM 460 aufgeständert, die direkt zwischen Bunker und Stahlunterkonstruktion installiert wurden. Der kompakte und robuste Aufbau der LCM 460 Module sichert eine optimale Krafteinleitung auch bei Seitenlasten – ganz ohne zusätzliche Lenker und Fesselungen. Das Modul ist mit einer hochgenauen Wägezelle mit OIML-Zulassung für Genauigkeitsklasse C3 ausgestattet.


Jede Bunkerverwiegung erhielt einen eigenen hochauflösenden Messverstärker vom Typ StatWeigh 1400 mit LED-Anzeige, kleiner Bedieneinheit und Profinet-Schnittstelle. Wieder erfolgt so die Anbindung an das Prozessleitsystem; gleichzeitig kann jede Verwiegung auch unabhängig vom PLC bedient werden – ein Vorteil, besonders bei der Justage und Wartung der Wägeeinrichtungen.


Nach erfolgreicher Inbetriebnahme der Wägetechnik durch einen MTS Techniker erhielt das Betriebspersonal vor Ort eine Einweisung zu den Waagen, um diese auch genau bedienen zu können.


Fazit: „Wir nehmen‘s genau“ ist nicht nur der Leitsatz, nach dem die MTS MessTechnik Sauerland GmbH Wägetechnik für die jeweilige Anwendung auswählt, fertigt und installiert. Es sollte auch für uns alle der Maßstab im Umgang mit den Ressourcen dieser Erde sein.


Recycling – und dies gilt nicht nur für Kunststoffe – ist heute eine Möglichkeit, bereits genutzte Ressourcen zu verwerten. Durch die Sortierung der unterschiedlichen Kunststoffsorten wird der Restabfall minimiert und die Menge des wiederverwertbaren Kunststoffabfalls maximiert – dies könnte ein Vorbild für den Lebensweg aller Plastikabfälle sein.