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Schüttgut: Verwiegung auf dem laufenden Band

Bei der Herstellung von Kartoffelklößen sind anlagentechnisch viele Aufgaben zu bewältigen: Beispielsweise ist das Ausgangsmaterial – Kartoffeln – zu fördern, zu waschen, zu schälen, zu reiben, zu kochen. Für die Optimierung des Produktionsprozesses kommt der Verwiegung eine besondere Rolle zu.

Verwiegung von Kartoffeln auf dem laufenden Band

Verwiegung von Kartoffeln auf dem laufenden Band

Wägezelle T12 in Wiegetischkonstruktion

Wägezelle T12 in Wiegetischkonstruktion

Ein bayerischer Produzent von Kloßteigen und Knödeln musste seine Produktionskapazitäten erweitern. Den Zuschlag für die Errichtung der Produktionsanlagen für Linie 1 und 2 der neuen Kloßlinie erhielt die Singer und Sohn GmbH aus Berching, die sich für die wägetechnischen Aufgaben Unterstützung bei MTS suchte. Für folgende Aufgabe musste eine Lösung gefunden werden: Nach der Schälanlage und dem Sortierer sollte die Durchsatzmenge der geschälten Kartoffeln direkt auf den beiden Verteilförderbändern erfasst werden. Die Konstruktion dieser Förderbänder – eine Gleitschienenkonstruktion mit  8 m Bandlänge - erlaubte jedoch weder den Einsatz klassischer Einbaubandwaagen (dazu fehlten die Tragstationen) noch eine komplette Bandverwiegung.

 

MTS entwickelte daher zusammen mit Singer und Sohn eine Wiegetischkonstruktion. Dazu wurden die Gleitprofile des Bandes an zwei Stellen getrennt und so ein Wiegetisch aufgebaut, der auf vier Wägezellen gelagert wird. Dabei bleibt das Funktionsprinzip einer Bandwaage weiter erhalten: Die kontinuierlich geförderten Kartoffeln üben eine Belastung auf die Gleitschienen des Förderers und ebenso auf den Wiegetisch aus. Diese Belastung wird von den Wägezellen erfasst. Gleichzeitig wird die Bandgeschwindigkeit über den inkrementalen Drehgeber des Trommelmotors aufgenommen. Die Auswerteelektronik ModWeigh FBW (mit Bandwaagensoftware) ermittelt aus diesen beiden Messwerten die aktuelle Förderleistung in Tonnen pro Stunde.

 

Für diese Wiegetisch-Bandwaage sind dann alle Voraussetzungen, wie auch für jede „klassische“ Einbaubandwaage, zu erfüllen: Die Positionierung der Waage muss so im Förderer geschehen, dass eine ausreichend große Beruhigungsstrecke vor und nach der Waage vorhanden ist. Ebenso muss eine konstante Bandspannung vorliegen sowie eine der Förderleistung angepasste Bandgeschwindigkeit. Die beiden Förderbänder (Achsabstand je 8 m, Bandbreite 600 mm) fördern und verwiegen damit bis zu 4,5 t/h mit einer Bandgeschwindigkeit von 0,3 m/s.

 

Die Auswerteelektroniken ModWeigh FBW für beide Linien wurden mit Profinet-Schnittstelle zur Einbindung in die Steuerung der Gesamtanlage und zusätzlich mit einem Bedien- und Anzeigemodul ausgestattet. Damit ist eine autarke Bedienung und Kontrolle beider Waage unabhängig von der Steuerung möglich. Alle wägetechnischen Komponenten mussten den Anforderungen der Lebensmittelindustrie genügen: Die Wägezelle ist aus Edelstahl und in Schutzart IP 69K ausgeführt und der Klemmenkasten in Hygienic Design, d.h. mit abgeschrägter Oberfläche und hygienischen Verschraubungen ausgestattet. Nach dem Probebetrieb wurde die Anlage Anfang August erfolgreich in Betrieb genommen.

 

Fazit:

Durch das gemeinsame Wirken konnte eine individuelle Lösung gefunden werden. Dabei erhält der Kunde eine Verwiegung innerhalb des Förderprozesses ohne ein zusätzliches System. Vielmehr wird diese in die vorhandenen Fördersysteme integriert und in die Gesamtsteuerung eingebunden. Ein geringer Mehraufwand, der sich in kürzester Zeit amortisiert hat.